MIH Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation

Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation behandeln in Berlin

Karies ist eine weit verbreiteter Zahnerkrankung. Noch mehr in den Fokus der Aufmerksamkeit ist jedoch eine andere Zahnkrankheit gerückt: die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) oder auch „Kreidezähne“ genannt.  Besonders Schulkinder um die sechs Jahre sind von der Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation betroffen, wenn die ersten „Bleibenden“ sichtbar werden. Der Durchbruch der Molaren weist dann die charakteristischen Schäden auf. Bei jungen Patienten im Alter von 12 Jahren werden sogar bei jedem dritten Kreidezähne vom Zahnarzt diagnostiziert. Die European Academy of Paediatric Dentistry EAPD beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit diesem Krankheitsbild und dessen klinischen Kriterien. Der Direktor der EAPD hat N.A. Lygidakis hat hierzu ein Richtliniendokument herausgegeben.

Best Clinical Practice Guidance for clinicians dealing with children presenting with Molar-Incisor-Hypomineralisation (MIH): An EAPD Policy Document – PubMed (nih.gov)

Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation: Was ist das?

Die natürliche Schutzschicht des Zahns wird brüchig. Die Zähne (Schneide- und Backenzähne) sind von einem enormen Mineralienmangel gekennzeichnet, der mit einem beschädigten Zahnschmelz einhergeht. Besonders die ersten bleibenden Molaren (Backenzähne) sind von der systemischen Hypomineralisation betroffen. Der defekte Zahnschmelz kann beim Kauvorgang abplatzen- folglich sind die Kreidezähne wesentlich empfindlicher als gesunde Zähne. Dem Eindringen von Keimen in die Zahnsubstanz wird es auf diese Art und Weise leicht gemacht.

Der Zahnhartsubstanzverlust und die Mineralisationsstörung können im fortgeschrittenen Stadium eine Versorgung mit Zahnersatz nötig machen.

Welche Symptome sind typisch für eine Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation?

Der Zahnschmelz ist stark beeinträchtigt und zeigt Schmelzeinbrüche. Insgesamt sind die Zähne porös, weich und weisen weiß-gelbliche oder bräunliche Flecken auf. Diese Male sind in der Regel auf den Molaren (Backenzähnen) und Inzisiven (Schneidezähnen) zu finden.

Kreidezähne neigen zu Karies. Patienten mit einer MIH zeigen zudem eine deutliche Hypersensibilität. Sie reagieren mit einer hohen Empfindlichkeit auf den Kontakt mit heißen oder kalten Lebensmitteln. Auch Schmerzen beim Zähneputzen und Vermeidungsstrategien sind Hinweise auf eine Molar-Incisor-Hypomineralisation. Der Zahnschmelz-Defekt bedingt bei den Betroffenen oft eine Schonhaltung. Dies kann wiederum zu einer Kieferfehlstellung führen. Es besteht also frühzeitiger Behandlungsbedarf vonseiten des Zahnarztes.

Was sind die Ursachen für eine Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation?

Die Calcium- und Phosphor-Produktion des Patienten ist aus der Balance. Schwerpunktmäßig leisten Umweltgifte ihren negativen Beitrag als Ursache. Der umstrittene Weichmacher Bisphenol A kommt als potenzieller Auslöser einer Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation infrage. Die Entwicklungsstörung, die bei Kindern häufig im Alter von sechs Jahren zutage tritt, geht meist auf den 8. Schwangerschaftsmonat bis zum 4. Lebensjahr zurück. Chronische Erkrankungen (Atemwegserkrankungen) spielen hier genauso eine Rolle wie die Medikamenteneinnahme (Antibiotika!), Vitamin D-Mangel oder Windpocken.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Neben dem rechtzeitigen Behandlungsbeginn ist der Check-up in der Zahnarztpraxis und die Überprüfung des Zahn-Status in einem Turnus von drei Monaten von elementarer Wichtigkeit.

Die zahnärztliche Therapie richtet sich nach den jeweiligen Schweregraden.

Bei einer leichten Form von MIH ist es möglich, die Kauflächen der betroffenen Zähne mit Kunststoff abzudichten und so zu schützen. Fluoridlack ist ein zusätzlicher Protektor. Auch eine Fissuren-Versiegelung kann helfen. Dabei kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz. Bei Equia handelt es sich um eine zahnfarbene Füllung auf der Basis von Glasionomer-Zement. Glasionomerzement beseitigt kleinste Fissuren und erhöht die Stabilität der Restauration.

Bei MIH ersten Grades ist die Schmerzempfindlichkeit noch nicht so stark ausgeprägt. Dennoch können bereits minimale Zahnschmelzabsprengungen vorliegen. Außerdem sind die Schneidezähne oft von gelben oder bräunlichen Flecken gekennzeichnet. Wenn der Zahnarzt diese Diagnose stellt, können die bleibenden Schneidezähne mit Veneers therapiert werden. Diese Verblendschalen werden aufgeklebt und schützen den von MIH betroffenen Frontzahn. Sie sind eine ästhetische wie effektive Lösung, um den Zahn vor weiteren Schäden zu bewahren und die Zahngesundheit des Patienten zu erhalten.

Bei einer moderaten Ausprägung können in vielen Fällen die Zähne mittels eingebrachter KompositFüllung oder Überkronung saniert und ihre Funktionalität so wieder hergestellt werden. Die Zähne sind dann wieder belastbarer.

Bei einem gravierenden Defekt der Zahnsubstanz und einer eklatanten Strukturanomalie, wird jedoch ein operativer Eingriff nötig- die Extraktion des Kreidezahns. Der Zahnarzt unterscheidet bei der Untersuchung zwischen genetischen Strukturanomalien, postnatalen Entwicklungsstörungen oder Strukturanomalien, die auf Unfälle, Entzündungen oder Karies zurückgehen.

Eine kieferorthopädische Anschluss-Behandlung kann im Falle einer Extraktion für einen Lückenschluss bei den Patienten sorgen. Es besteht auch die Möglichkeit einer Weisheitszahntransplantation als Ersatztherapie.

Wie läuft die Weisheitszahntransplantation ab?

Die Transplantation der Weisheitszähne kommt dann zum Einsatz, wenn sich die Erhaltung von stark beschädigten Sechs-Jahr-Molaren nicht lohnt. In dem Fall ist es sinnvoll, den erkrankten Backenzahn durch die eigene Zahnsubstanz zu ersetzen. Nach der abgeschlossenen Einheilungsphase können die Patienten den transplantierten Weisheitszahn voll belasten und haben keine funktionalen Einschränkungen mehr. Die Rehabilitation dauert zirka sechs Wochen. Dann kann vorsichtig wieder mit dem normalen Kauen begonnen werden. Nach etwa drei Monaten ist in der Regel die volle Stabilität gegeben. Die Extraktion der Molaren und die Transplantation werden in einem Termin in der Zahnarztpraxis durchgeführt. Das Transplantat wird etwas unterhalb der Okklusionsebene platziert, um Verletzungen durch einen Aufbiss zu verhindern. Eine Draht-Komposit-Schiene gliedert den Zahn ein. Bis zu Fäden-Entfernung ist eine tägliche Nachsorge vom Zahnarzt erforderlich.  Genaue Informationen zur Weisheitszahntransplantation erteilt Ihnen der Zahnarzt in Berlin jederzeit gerne.

Welche ist die richtige Therapie bei MIH?

Ob eine konservierende Behandlung oder eine chirurgische infrage kommt, kann der Zahnarzt anhand von detaillierten Untersuchungen und Röntgenaufnahmen beurteilen. Vor dem Start der jeweiligen Therapie erfolgt ein stressfreier Beratungstermin mit den Eltern in der Zahnarztpraxis zum Thema Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation behandeln in Berlin. Gemeinsam wird die individuell beste Lösung zusammen mit den Kindern ausgewählt. Die letzte Option ist eine Weisheitszahn-Transplantation, die der nachhaltigen Zahngesundheit der jungen Patienten dient. Die Basis für das reibungslose Zusammenspiel von Ober- und Unterkiefer wird geschaffen und die Widerstandsfähigkeit des gesamten Mundraums. Das Ergebnis ist ein gleichmäßiger Biss verbunden mit einer neuen Stabilität sowie Resistenz der Zähne.

Wozu braucht man Veneers und Inlays?

Oft mussten Zähne, die durch Verfärbungen, Lücken, aber auch durch Knirschen und Pressen abgeschliffen waren bzw. unfallbedingt abgebrochene Ecken aufwiesen, mit Kronen versorgt werden. Kronen sind zwar ein bewährtes Behandlungsmittel, haben den grundsätzlichen Nachteil, dass man bei der Vorbereitung des Zahnes viel gesunde Zahnanteile entfernen muss. Durch modernste Materialien und Klebetechniken kann eine Behandlung auf ein Minimum reduziert werden. Mit ihnen lassen sich einzelne Zähne oder ganze Zahnreihen dauerhaft ästhetisch optimieren – ohne dass zu viel gesunde Zahnsubstanz geopfert werden muss. Besonders die ästhetische Korrektur in Zusammenhang mit einem Gummi Smile erfordert einen minimalinvasiven Eingriff.

Was ist ein Veneer?

Veneers sind etwa einen halben Millimeter dünne, in einem zahntechnischen Labor hergestellte Verblendschalen aus keramischem Werkstoff. Sie werden vor allem auf die ästhetisch sichtbaren Bereiche im Mund, aufgebracht, um Veränderung jeder Art zu korrigieren.

Wann wird ein Veneer eingesetzt?

  • bei inneren Verfärbungen der Zähne
  • bei Veränderung in Schmelz jedoch mit strenger Indikation
  • bei großen sichtbaren Füllungen
  • bei unfallgeschädigten Zähnen
  • um Lücken zu schließen zB. Diastema
  • um die Zahnform zu verbessern, bei Rezessionen oder Gummy Smile
  • um Zahnstellungsfehler auszugleichen
  • bei abrasierten Zähnen: mechanisch, Chemisch bei CMD

Was ist ein Inlay?

Kleine Schäden werden meist mit Kunststoff ästhetisch gefüllt. Bei größeren Schäden der Zahnsubstanz sind Inlays eine bessere Lösung. Dabei wird aus Keramik im Dentallabor ein Formköper hergestellt, dieser kann gefräst oder geschichtet werden. Als Vorlage dient eine Abformung des präparierten Zahnes. Das gefertigte Inlay wird in einem aufwändigen Verfahren fest eingeklebt. In selten Fällen kann auch das altbewerte Gold noch ein idealer Werkstoff sein. Wenn die Kauflächen ersetzt werden spricht man von einem Onlay oder der Teilkrone.

Welche Vorteile bringt das?

Ein Inlay ist stabiler als Füllungen aus Kunststoff. Ein durch ein Inlay versorgter Zahn ist wieder voller Größe belastbar. Inlays sind durch die keramische Oberfläche haltbarer als klassische Füllungen.

Welche Vorteile hat Keramik?

Die Keramik kann alle Facetten eines Zahnes wiederspiegeln. Das Material kann die Farbe des Zahnes und seine Oberflächenstruktur am besten nachahmen. Die Härte und Abriebfestigkeit der Keramik kommen den Eigenschaften eines natürlichen Zahnes sehr nahe. Das macht Keramik heute zum Material der Wahl.

Ist der Erfolg denn von Dauer?

Keramik ist ein sehr stabiles, langlebiges Material. Die Haltbarkeit von Keramik-Inlays und Veneers können noch entscheidend verlängern. Gezielte Pflege von Mund, Zähnen und Füllungen in Kombination mit regelmäßigen Zahnreinigungen beim Zahnarzt verlängern die Lebensdauer von Veneers und Inlays auf lange Zeit.  

Wie kann Kreidezähnen vorgebeugt werden?

Eine direkte Kreidezähne-Prävention gibt es nicht. Mit dem richtigen Zahnputzverhalten, einer sorgfältigen Mundhygiene und der regelmäßigen Entfernung von Biofilm kann das Problem jedoch im Rahmen gehalten werden. Zirka 30 Minuten nach den Mahlzeiten sollten die Zähne gründlich gereinigt werden. Spezielle Fluoride, die vom Zahnarzt verschrieben werden, tragen darüber hinaus zu einer Stärkung von Zahn und Zahnschmelz bei. Kontinuierlich wahrgenommene Kontroll-Termine in der Zahnarztpraxis sind ebenfalls wichtig, um eine negative Entwicklung abzuwenden. Der Zahnarzt berät Eltern und Kinder gerne ausführlich zu den effektvollen Maßnahmen und gibt Tipps, was sie selbst zuhause tun können.

Kreidezähne sind wesentlich anfälliger für Plaque und somit für Karies. Aus diesem Grund sollte die tägliche Ernährung sehr zuckerarm sein. Zucker bildet Säuren, die die geschwächten Zähne schädigen und den Zahnschmelz angreifen. Ein Zuckerverzicht ist die beste Vorbeugung, um aggressive Beläge und Zahndefekte in Zusammenhang mit der MIH gar nicht erst entstehen zu lassen.

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Gingivitis bezeichnet eine vorwiegend bakteriell verursachte Entzündung des am Zahn anliegenden Zahnfleisches. Der Zahnhalteapparat ist von der Entzündung nicht betroffen.

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